I´m coming home, i´m coming home …

Jetzt wurde es wirklich Zeit: Ich wollte nach Hause! Es ist eben etwas anderes wenn man nicht mehr mit seinem Wingman zusammen fährt. Die Landschaften sind zwar nicht weniger schön, aber die Fahrt ist ruhiger. Dennoch habe ich mir das Ziel gesetzt die Fahrt zu Ende zu bringen! Zu Hause wartet schließlich Nico auf mich …

Das erste Stück fuhren wir bei schönsten Sonnenschein – aus praktischen Gründen – über die Autobahn Richtung Karlsruhe. Wir wollten uns noch mit Sophie und Luc von Adventurist treffen. Die meisten von euch wissen das auch bei Sonnenschein die Autobahn doch eben Autobahn ist und daher auch ziemlich langweilig. So ließen wir uns mit dem Alltagsverkehr Richtung Karlsruhe treiben. Bei Luc und Sophie angekommen wurden wir von beiden herzlich empfangen und wir verbrachten noch einen kleinen Mittagssnack zusammen. Natürlich mussten die beiden noch in meinem Buch unterschreiben. Die Unterschrift auf Nicos Motorrad muss aus bekannten Gründen noch nach geholt werden. Bei den beiden trennten sich nicht nur die Wege der Pärchen sondern auch Nico und meine Wenigkeit fuhren andere Wege Heim. Nico fuhr über die Autobahn da er so sich einfach Sinnloses gegurke ersparen und unseren Kater in der Pension einpacken konnte und ich nahm die Landstraße.

Meet and Greet mit Adventurist

Meinen Rückweg ließ ich praktischer Weise durch mein Garmin planen. Ich hatte die Hoffnung das ich noch das schöne Stück über die B48 fahren würde. Als wenn Garmin das gewusst hatte, sah ich zu meinem erstaunen das ich genau diesen Weg nehmen würde. Ich mag dieses Stückchen durch die Pfalz gerne. Und wenn man Glück hat, dann hat man auch keinen langsamen Wohnwargen vor sich und kann denoch StVO gerecht die Kurven hoch fahren. Eine Gruppe von sehr jungen Motorradfahrern schauten mich dann irgendwann irgendwo in der Pfalz in einer Applauskurve sehr seltsam an. Naja man kann es ihnen nicht verdenken: Eine klein gewachsenne Frau auf einem unfassbar dreckigen Motorrad … Mir sollte es egal sein. Damit kann ich um 🙂

So fuhr ich weiter meine Kurven. Das Wetter war immer noch sehr sonnig und mild, aber langsam ging es auf das Tagesende zu. Dabei hatte ich noch einiges an Strecke vor mir. Also mal kurz zu Hause eine Information geben wo man ist und dann weiter. Bei Wendelsheim fand ich noch einen Netto und besorgte für das Abendessen noch ein paar Zutaten. Und für mich einen weiteren Energy. Die letzte kroatische Cola war schon lange leer getrunken, da musste Nachschub her. Dort machte ich dann eine schnelle Pause und wurde auf dem Parkplatz von einem anderen Motorradfahre angesprochen. Wie das halt so ist. Man unterhielt sich über die die Reisen, wo man her kommt und wohin es geht. Nach Hause … Nico wartet auf mich.

Bei Bingen wurde es dann doch frischer und ich verlor langsam wirklich die Lust. Ich wollte jetzt wirklich nach Hause. Also ab auf die A61. Die sollte mich schnell nach Hause bringen. Irgendwann auf der Höhe von Boppart rief mich Nico an. Mein Live Standort sagte ihm das ich irgendwie wieder nach Süd-Süd Ost fuhr. Bitte was? Also ein wenig kannte ich mich aus. Und ich wusste sehr wohl das ich Richtung Norden fuhr. Anscheinend spielte die Technik verrückt. Zum Glück hatte ich nur noch ca. 1h bis nach Hause. 10 Minuten vor der Ankuft ging dann auch meinem Headsetakku die Luft aus, mein Tank wollte wieder gefüllt und meine Blase geleert werden, Hunger machte sich breit. Und ich wollte warm Duschen. Kaum hatte ich diese Gedanken ausgesprochen fuhr ich schon in die Einfahrt ein und Nico wartete dort auf mich.

Ich war endlich zu Hause!

Die Tour endete genau da wo wir sie begonnen hatten: In NRW. Dieses mal mussten wir uns gemeinsam mit neuen Situationen auseinander setzen und auch Nico mit seiner Erfahrung hatte mit mir als noch Anfängerin sein Päckle zu tragen. Es ist eben etwas anderes wenn man zu Zweit fährt, als Team! Zu Hause angekommen waren wir dann auch wieder in Persona als Team zusammen. Diesmal gibt es durch die geänderten Umstände zwei Kilometerstände.

Nico´s Kilometerstand wies am D-Day ziemlich genau 5397km auf.

Jenni´s Kilometerstand kam noch etwas weiter. Am Ende fuhr ich fast 2000km ohne meinen Wingman und kann sagen das wir damit einen Kilometerstand von 7325km haben!

Nico und ich freuen uns das wir trotzallem, oder auch grade wegen dem ganzen, es doch zu einer beachtlichen Kilometerleistung gebracht haben!