Was ist unser nächstes Ziel? ARRRRRRR TORTUGA!

In der Nacht hörten wir schon leise die ersten Vorboten des nächsten Tages: Regentropfen. Als hieß es noch am Abend vorher genau schauen wann wir das Zelt trocken einpacken können. Gesagt, getan!

Um 7uhr schellte der Wecker und wir konnten so noch fast komplett trocken das Zelt verpacken. Nach dem Bezahlen und dem Verabschieden der neu gewonnenen Motorradfreunde aus Slowenien ging es dann für uns los in Richtung Küstenstraße und damit auch Richtung Kroatische Grenze. Es sollte eine zähe Fahrt werden.

Nachdem wir nur kurz fuhren kamen wir schon in den ersten richtigen Regen. Daher beschlossen wir eine schnelle Frühstückskaffeepause einzulegen. Dort nutzen wir dann auch noch die kurzen Minuten zum richten der Kleidung und zum trockenen verpacken der wichtige Papiere. Schon in Budva sollte uns wieder etwas aufhalten. Unmengen an Touristen wälzten sich samt Kleinwagen, Karavan und Jeep durch die Stadt. Dies gepaart mit dem Fahrvermögen der Ortansässigen ergab ein heiloses durcheinander und man musste sich – gegen sämtliche Verkehrsregeln – seinen Weg suchen.

Wir erreichten dennoch die Küstenstraße und schoben uns abwechselnd zwischen Kurve und Kurve und dem nächsten Stau in die nächsten Stadt. Negatives Highlight war dabei ein Tunnel von fast 2km der mit jeweils einer Spur in jede Richtung befahren werden konnte. Es war unfassbar heiß dort drinnen und Ohrenbetäubend laut. Auch dort hieß es dann wieder: vorbei an der Schlange. Hier dürfen Motorradfahrer überholen!

Die ersten Bilder konnten wir dann in der Bucht von Kotor machen. Die Wolken hingen noch schwer an den Gebirgen über der Küstenstraße, einzelnen Fischerboote schippertem auf der Adria und ab und an sah man auch große Yachten ihre Kreise ziehen. Auch bei graupeligen Wetter konnte wir die Schönheit dieser Bucht und der Straße sehen. So folgten wir weiter der gut Asphaltierten Küstenstraße und uns entgegen kam wer? Bojan und Zwonka auf der Yamaha FJR 1300. Die beiden fuhre einen anderen Weg mit weniger Stau und so traf man sich nochmal während der Fahrt wieder.

Wir aber folgten weiter Kurve um Kurve und passierten dort auch die Grenzen zu Kroatien. Die Passkontrolle ging schnell und wir konnten ungehindert weiter. Als Motorradfahrer in dreckigen Klamotten mit wenig Stauraum ist man an den Grenzen nicht wirklich interssant. Wir konnten sehr wohl sehen das teure Autos gerne raus gefischt wurden.

Nach der Grenzen ging es immer weiter Richtung Dubrovnik. Die Temperatur stieg fast schlagartig von 20°C auf fast 30°C an. Die Kombis trockneten und unsere Laune stieg.

Wir sind nach wie vor sehr glücklich das es keine Audiomitschnitt der Headsets gibt. Das wäre sehr schlimm für alle 😁 In Dobrovnik legte wir ein Pause ein und gönnten uns leckerer Sandwiches und kalte Cola an einem Straßencafe. Dort planten wir die nächsten Tage. Praktischer Weise viel uns auf das ja erst Donnerstag ist und somit haben wir einen Zeitpuffer von 24h um fuhren nur noch ein kurzes Stück nach “Tortuga”.

Ich habe Tortuga gefunden!

Wir beide haben die Angwohnheit gerade in den Buchten Piratengeschichten zu erzählen. Manchmal singt Jenni auch Piratenlieder. Vor ihrem inneren Auge ist dann die Bucht voller Segelschiffe. Es riecht nach Meerwasser und Rum und Piraten bevölkern die Stadt. So muss es sich doch in Tortuga zu getragen haben, oder?

Heute ist die Bucht aber ruhig. Nur die Geschichten die man sich erzählt hallen durch die Nacht. Von unserem Schlafplatz aus sehen wir ein paar Yachten, ein Gewitter auf der Adria färbt den Himmel in leichtes rosa. Leise ruft das Käutzchen zur Nacht und die ersten Sterne erscheinen am Himmel. So werden wir diesmal schlafen. Joooohooo und ne Buddel voll Rum!