Freitag, der 27. August

Ein Freitag wie jeder andere. An einem normalen Arbeitstag würde der Wecker schellen, es würde einen schnellen Morgen-Kaffee geben und im Büro würde einen der Alltag einholen. An einem Freitag wie jeder andere im Urlaub würden wir als erstes unsere Sachen packen und los fahren. Ein neuer Tag ein neues Ziel.

Unser Ziel hieß am Freitag, den 27. September, grob gesagt, Insel Krk. Wir wollten noch eine Nacht bei Marta verbringen. Uns hatte es so gefallen das wir als Ersatzweg Heimwärts die Küstenstraße entlang fahren wollten.

Kurz nach der Abfahrt wurden wir schon vom Regen überrascht. Da wir aber sahen das wir in Richtung Sonne und blauen Himmel fuhren, verzichteten wir auf die Regenkombi. Auf dem kleinen Stück der Küstenstraße was zu Bosnien gehört überdachten wir unsere weiteren Schritte. Leider hatten wir nicht genügend Kleingeld für einen Kaffee und auch mangelte es an einen trockenen Platz zum Unterstellen. Also doch weiter fahren.

An einem normalen Freitag im September wären wir so weiter die Straße entlang gefahren . Es trennten uns nicht mehr viele Kilometer von Frühstück und Sonne. Nur noch ein Stück weiter. Vielleicht noch knappe 5km.

So arbeiteten wir uns Kurve und Kurve durch den Regen in Richtung Sonne.

Bis zu dieser Rechtskurve

Durch den Regen hielt Jenni etwas mehr Abstand und sah Nico noch in der Rechtskurve verschwinden. Nach der Kurve kam uns unauffällig ein LKW entgegen. Und kaum war der LKW weg, schrien wir beide nur noch das die Ohren dröhnten.

Direkt nach dem LKW rannte ohne zu gucken eine Frau von links nach rechts auf die Straße. Nico versuchte noch auszuweichen, aber er schaffte dies nur mit dem Vorderrad. Jenni musste zusehen wie die Frau von Nicos Koffer mitgerissen wurde und durch die Luft flog. Dabei brach die Frau sich leider den Oberschenkel. Gott sei Dank nicht mehr. Sie befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Ab diesem Zeitpunkt wird es für uns beide Schwarz. Wir haben erst im Nachhinein durch Gespräche den Rest zusammen getragen.

Auf die Details möchten wir hier aber nicht eingehen. Was wir euch aber nicht vorenthalten wollen, sind die Schäden. Nico wurde bei dem Aufprall von seiner Black Pearl abgeworfen und landete unsanft im Schotter. Jenni brachte ihre Black Betty noch rechtzeitig am Straßenrand zum Stillstand. Allerdings rutschte die Pearl noch ca 25m weiter an den Rand und wurde dort von einem alten Verkehrschildsockel aufgehalten. Dahinter ging es noch weiter runter.

Die Ausrüstung von Touratech und das Neckbrace von Ortema hielten auch in so fern Stand das Nico “nur” mit Prellungen und einem Schock davon kam. Die Pearl hätte sicherlich bei diesem Unfall wesentlich mehr Schäden davon getragen wenn wir ohne Stürzbügel und Motorschutzplatte von Outback-Motortek los gefahren wären! Bikes Peak hat uns damit den Arsch gerettet!

Jetzt galt es aber am Unfallort alle Formalien zu erledigen, Nico ins Krankenhaus bringen und die Pearl abschleppen lassen. Da Jenni irgendwann ohne Polizei alleine dort stand, fühlte sie sich einfach nur Hilflos. Ihr Wingman Weg, die Pearl im Arsch und von oben prallen 40grad auf einen ein.

Wir DANKEN Euch!!!

Jenni startete auf Instagram und via Anruf bei ihrem Papa ein SOS. Wir können euch gar nicht oft genug DANKE sagen. Wir bekamen soviele Hilfsangebote von Leuten die wir kennen, von Leuten die jemanden kennt der wiederrum jemanden kennt der uns kennt.

Nico’s und Jenni’s Hilfe kennt keine Grenzen! Wir können nicht oft genug DANKE sagen!

Jenni’s Papa hat einen Freund der auch aktuell in Bosnien ganz in unserer Nähe war. Und der kam zu Jenni um direkt zu schauen wie er helfen kann. Er nahm Jenni die verstreuten Gepäckstücke ab und organisierte wiederherum über seine Tochter einen Anwalt vor Ort. Das nahm Jenni sovieles von den Schultern.

Danke Papa das du das gemacht hast!

Die Engel aus Karlsruhe – Luc udn Sophie von Adventurist

Und von irgendwoher kamen noch Adventurist daher! Was klingt wie ein billiger Reim, entspricht den Tatsachen. Luc und Sophie änderten ihren Fahrweg und machten sich grob auf in Jenni’s Richtung. Sie besorgten dort ganz in der Nähe eine Unterkunft für 4 und kauften Abends noch ein. Sophie zauberte darüber hinaus ein leckeres Essen für uns!

Mit dieser ganzen Hilfe im Rücken war es für Jenni wesentlich leichter noch mit dem Motorrad zu Nico in die Klinik zufahren um ihn dort samt seinen Leihwagen abzuholen.

So endete Freitag, der 27. August. Kein Freitag wie jeder andere.