Der Tag nach dem Unfall

Wie schon gestern geschrieben, hatten Adventurist eine tolle bequeme Unterkunft für uns zusammen gebucht. Und nach einer ausgiebigen heißen Dusche fielen wir wie erschlagen ins Bett. Das musste erstmal sacken. Es war ein verdammt langer Tag und der Kopf machte so langsam zu. Nichts ging mehr.

Einen genauen Plan für den nächsten Tag was wir wann machen wollten hatten wir nicht. Aber wir wussten was auf der Liste stand: Black Pearl besuchen. Beim Frühstück quatschen wir so mit Luc und Sophie über unsere Pläne. Jenni war einfach noch viel zu müde um direkt weiter zu fahren. Also entschieden wir noch einen Tag gemeinsam zu verbringen um die wichtigsten Sachen zu erledigen.

Nach dem Frühstück ging es für Nico, Jenni und Luc nach Ploce zum Abschleppunternehmen. Wir konnten ohne Probleme zu Nico’s Motorrad und nach einer ersten Inspektion war klar das es kein Totalschaden ist. Ja die Kanzel ist abgerissen. Ja die Koffer sind kaputt. Ja die Seitentaschen sind kaputt.

The sound of happiness

Nico hatten seine Schlüssel dabei und schaute ob er im Display etwas sehen konnte. Ok, das klappte schon mal. Dann schalten wir mal in den Neutral-Gang. Sehr gut, das funktioniert auch. Dann drücken wir mal den Anlasser: nach einem kurzem Verschlucken sprang sie an!

Nico hatte Tränen in den Augen. Die Freude die er verspürte sah man ihm an. Seine Pearl! Sein Baby! Sie lief! Jeder der etwas ähnliches mal mit gemacht hat, weiß wie man sich fühlt.

Nico mit seiner Black Pearl

Wir machten noch ein paar Bilder für die Dokumentation und kaum waren wir fertig kam der Abschlepper und besprach mit uns die weiteren Schritte. Die Versicherung rief während dessen auch an und wollte wissen wie es weiter geht. Der Abschlepper bestätigte dass das Motorrad noch zu reparieren sei und wir uns jetzt entscheiden könnten: da lassen oder zuhause reparieren. Für uns war klar: sie muss nach Hause!

Kein Bier vor Vier

Da kam es fast eines feierlichen bekräftigens, das der Besitzer des Abschleppunternehmen nochmal zu uns kam – bewaffnet mit drei Flaschen kalten kroatischen Bier. Wer würde da schon Nein sagen? Und er sagte auch unmissverständlich mit einem breiten Lächeln: this is not only for looking. It is cold beer for drinking. Na gut. Bevor es noch Streit gibt 🙂

Anschließend suchten wir noch den Örtlichen Supermarkt für unser Abendessen auf. Es sollte Nudeln mit angeschwitzten Tomaten geben und dazu Kotelett.

Doch bevor es noch Nachmittag wurde, telefonierte Jenni mit Rade. Er wohnt nur 40min von Metković entfernt und so beschlossen wir noch heute die Taschen erneut um zu packen. Wir fuhren also wieder einmal über die Grenze und auf den kleinen geschwungenen bosnischen Straßen entlang.

Dort angekommen empfing er und seine Frau uns herzlich. So als würden wir schon ewig zur Familie gehören. Wir wurden nicht nur mit Wasser, Kaffee und selbst gebackenen Kuchen versorgt, sondern zum Abend hin auch mit selbst gebackenen Brot, Prosciutto, Salami und Speck. Natürlich durften nicht die Feigen und Tomaten aus dem eigenen Anbau fehlen.

Nico hat schon auf seinen Reisen davor oft die Herzlichkeit des Balkans und von Süd-Europa erleben dürfen. Sowohl er als auch Jenni können sich an schlechte Erlebnisse erinnern.

No one can stop us

So vergingen einige Stunden und man genoss den Sonnenuntergang zu viert in Bosnien. Aber auch auf der kroatischen Seite warteten Luc und Sophie die dort unterwegs sein wollten um ein paar Bilder zu machen. Also mussten wir uns verabschieden. Zumindest Jenni für die nächsten Wochen. Nico wurde die Tage zurück kehren.

So ging es zurück. Im Gepäck das gute Gefühl auch hier nicht alleine zu sein. In Metković angekommen kochte Jenni für alle noch das Essen und es wurde anschließend – so wie viele Abende zuvor – die Koffer gepackt.

Die Reise wird weiter gehen. Nichts und niemand wird uns davon abhalten.