Tag 18 – Mioglia – Grunern – 956 km

Nach zwei sehr entspannten Nächten bei Enrico und seiner Familie sollte es weiter in Richtung Alpen gehen.

Enrico kann ich wärmstens empfehlen. Die Unterkunft ist etwas weg vom Ort aber dafür sehr idyllisch gelegen.

Es ist ruhig und auf der kleinen Farm wird man herzlich willkommen geheißen. Nur die Einfahrt hat es etwa in sich. Ca 600m Offroad bevor man am Haus ist.

Sollte also jemand Interesse haben gebe ich den Kontakt gerne weiter.

Und so sollte es am Sonntag in die Alpen gehen.

Meine 3 Wetterapps sagten kalt und Regen voraus. Also zog ich mich zur Sicherheit entsprechend an. Ein Fehler wie sich noch heraus stellen sollte.

Von der Unterkunft weg ging es erstmal über kleine Straßen in Richtung Cuneo.

Und prompt fahre ich erneut der Carabinieri in die Arme.

Die Frage ob ich in Orto, also im Grünen, geschlafen habe könnte ich verneinen, Glück gehabt. Ich konnte weiter fahren.

An Cuneo ging es vorbei nach Aisone.

Eigentlich wollte ich hier tanken, die Idee hatten andere aber auch.

Volle Tanke

Nun gut. Lassen wir das. Vor dem Bonnette kommt nochmal eine Tankstelle.

Der erste Pass des Tages sollte kurz hinter Vinadio der Col de la Lombarde mit 2350m Höhe sein.

Der erste 2000er des Tages.

Und das Wetter in der Ferne versprach nur Gutes.

Vom Col ging es runter nach Isola. Da Skigebiet hier sah auch nicht schlecht aus. Wäre mal eine Überlegung für den Winter.

Ach ja, zack war ich in Frankreich. Der Col ist die Grenze. Deswegen stehen hier oben auch sehr alte Bauten aus dem Krieg.

Nach Isola konnte ich endlich in Ruhe tanken und einen Italiener fragen ob der Bonnette offen ist. Meine Apps sagten immer noch was anderes.

Der meinte er sei auf, beide Seiten und zog dann von dannen.

Mit vollem Tank fuhr ich ihm nach. Nicht lange und er stand auf der Seite. Benzin lief aus.

Die alte Guzzi wollte wohl nicht auf der Berg.

Er meinte er sei versorgt, also ging es für mich weiter.

Die Auffahrt zum Col de la Bonette war sehr entspannt. Es war kaum was los, trotz dem schönen Wetter und die Straßen waren auch sehr gut. Zudem entlohnt die Aussicht.

Da ist der Berg

Kurz vor dem Col kommt man durch das alte Camp des Fourchers.

Das Camp des Fourchers ist ein Militärcamp aus dem Jahre 1890 was bis zum Ende des 1. Weltkrieg genutzt wurde.

Camp des Fourchers

Die letzten Meter bis hoch sollten schnell gemacht werden aber leider war das Cime immer noch gesperrt.

Und so blieb es bei 2715m anstatt der 2802m wenn das Cime geöffnet gewesen wäre.

Aber selbst die Höhe ist schon beeindruckend.

Man sieht bei bestem Wetter weit über die Alpen. Ein Traum….

Von Bonette sollte es auf der Route des Grandes Alpes in Richtung Norden gehen. Doch vorher kam ich endlich zu meinem Schneefoto.

Die Black Pearl vor der Schneewand

Da ich am Samstag noch die Route geändert hatte war der folgende Wegpunkt nicht mehr auf dem Plan.

Tunnel de Parpaillon

In der Pizzeria an der Ecke fragte ich nach dem aktuellen Stand und nach der Befahrbarkeit. Doch mehr als das was ich schon wusste konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Wagemutig ging ich die Sache an. Sollte ja nicht so schwer sein und mit einem beladenen Motorrad ist das eher eine Herausforderung als mit einem unbepackten.

Nach 6 km ging es mit einem sehr angenehmen Waldweg los, hier konnte man noch gut fahren. Aber nach der Almhütte und der kleinen Brücke sollte es erst richtig spannend werden.

Der Schotter wurde immer größer, zum Teil Fels und der Zustand des Weges wurde nicht besser.

Ich war mitten drin, aufgeben ist keine Option mehr.

In einer Spitzkehre lag das Motorrad wieder.

Ich hab Blut und Wasser geschwitzt aber ich wollte da hoch.

Also Motorrad hoch wuchten, Schweiß abwischen und weiter.

Kurz vor dem Tunnel kamen mir 4 Cross Bikes aus den Niederlanden entgegen.

Ich freute mich schon. Wenn die runter kommen kann ich hoch.

Aber die Nachricht war bedrückend. 300m vor dem Portal liegt Schnee, kein Durchkommen ist möglich.

Und da gab es lediglich ein Erinnerungsfoto von der Auffahrt bevor ich die Pearl umdrehen musste.

Auffahrt zum Tunnel de Parpaillon

An der Almhütte erntete ich erstmal Respekt von den Niederländer das ich bepackt es gewagt habe. Und es hätte klappen können.

Das zweite Jahr und schon wieder kein Erfolg.

Aber ich komme wieder und dann klappt das auch.

Somit musste ich leider über den Col de Vars in Richtung Oulx. Dort sollte die Einfahrt zur Assietta Kammstraße sein. Aber irgendwie war der Wegpunkt doof gesetzt. Zumindest fand ich den Einstieg nicht.

So sollte das heute aber nicht weiter gehen.

Da ich nun plötzlich etwas Luft hatte änderte ich spontan die Route und stieg schon in die Montagsetappe ein.

Es ging zum Col de Galibier.

Dazu musste man über den Col de Lautaret, erneut ein 2000er wenn auch diesmal knapp. Dafür wartete der Galibier direkt vor meiner Nase.

Auffahrt zum Col de Galibier

Geschafft. Rechne ich den nicht erfolgreich befahrenen Tunnel de Parpaillon mit ein hatte ich insgesamt sechs 2000er erklommen.

Die Pässe Liste wird etwas kleiner, juhu.

Aber so langsam wollte ich nach Hause.

Die Etappe wäre bis kurz vor Genf gegangen. Die Route über Albertville und Annecy ist wunderschön. Vorallem der Lac d‘ Annecy in der Abendstimmung.

Lac d‘ Annecy in der Abendstimmung.

Nun hatte es mich gepackt. Ich wollte nicht mehr. Die Heimat ruft.

Kurz nach Genf mußte ich im McDrive ein Kaffee bestellen, per Fuß.

Kaffeebestellung

Über den Mont Jura ging es durch das nächtliche Jura in Richtung Montbeliard und Mulhouse in den Breisgau.

Kurz vor 4 Uhr fiel ich bei meinen Eltern ins Bett.

Nun heißt es nochmal etwas entspannen bevor es nach Hause geht.

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